Digitale Verwaltung – Anspruch und Wirklichkeit

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Bürgerumfrage 2025 zeigt Lücken und Chancen für digitale Verwaltung und Politik.

8. Juni 202612  Min.
Coworkers working on the task

Das OZG-2.0 soll die 2022 verfehlten Ziele nachholen: nutzerfreundlichere, rechtssichere und flächendeckend verfügbare Verwaltungsangebote. Doch laut der Iron Mountain-Umfrage (Appinio, Juni 2025)1 bleibt die Bürgerzufriedenheit vielfach hinter den Erwartungen. Obwohl in einigen Bereichen eine positive Bewertung digitaler Verwaltungsangebote festzustellen ist, zeigen sich Defizite in wichtigen Segmenten. Allgemein über Deutschland hinweg zeigen sich vor allem Schwachstellen bei digitalen Verwaltungsdiensten im Bereich Bauen und Gewerbe sowie bei den Terminvergabeprozessen.

Zudem deuten die Ergebnisse darauf hin, dass die Akzeptanz und Qualität der digitalen Angebote regional starke Unterschiede aufweisen: In Berlin sind 41,5 % der Bürger:innen unzufrieden mit digitalen Verwaltungsdiensten (20,8 % neutral), in Bremen sogar 62,5 % beim Meldewesen und 43,8 % bei Familien- & Sozialleistungen. Das Dashboard Digitale Verwaltung bestätigt diese Diskrepanzen: Nur Hamburg erreicht eine hohe flächendeckende Online-Verfügbarkeit von über 1.400 Verwaltungsdiensten.2 Die Rückmeldung der Bürger:innen zeigt: die digitale Verwaltung ist kein Selbstläufer. Sie braucht klare Standards, konsequentes Informationsmanagement und echte Nutzerorientierung.

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Informationsmanagement – die unterschätzte Hürde

Hinter vielen Online-Portalen stehen weiterhin analoge oder fragmentierte Prozesse. Medienbrüche, Papierakten und fehlende Schnittstellen bremsen die Effizienz.

Auch daher spüren Bürger:innen oft kaum Verbesserungen. Die Gründe dafür sind unter anderem:

  • Parallelwelten aus Papierakten und digitalen Fachverfahren erschweren Automatisierung.
  • Fehlende zentrale Steuerung führt zu heterogenen Standards zwischen Ländern und Kommunen.
  • Rechtskonforme Archivierung und Nachvollziehbarkeit gemäß DSGVO, eIDAS und GoBD sind vielfach unvollständig umgesetzt.

Das zeigt: Digitalisierung ist nicht nur IT-Frage, sondern eine Aufgabe des Informationsmanagements.

Nur wenn Informationen strukturiert, zugänglich und rechtssicher verwaltet werden, kann Verwaltung effizient und bürgernah arbeiten

Digitale Transformation vor Ort: Wuppertal optimiert den Aktendigitalisierungsprozess

Wie moderne Informationslogistik funktioniert, zeigt Wuppertal: Gemeinsam mit Iron Mountain digitalisiert die Stadtverwaltung über 200.000 Akten (Bau-, Sozial- und Ausländerwesen).

Die Vorteile sind messbar:

  • Aktenzugriff in Sekunden statt Tagen
  • Zugriff im Homeoffice möglich
  • Keine Medienbrüche, keine Lagerkosten
  • Rechtssichere Digitalisierung nach TR-RESISCAN

Nicole Sommer, Fachgebietsleiterin E-Government & Digitalisierung bei der Stadt Wuppertal betont: „Weniger Papier, weniger Lagerraum, mehr Nachhaltigkeit. So entsteht eine Verwaltung, die heutigen Anforderungen entspricht und für zukünftige Entwicklungen gewappnet ist.“

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